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Urbanisierung

© arquiplay77 - Fotolia.comDer Begriff Urbanisierung leitet sich von dem lateinischen Wort Urbs ab, das ins Deutsche übersetzt Stadt bedeutet. Demzufolge handelt es sich bei der Urbanisierung um den Prozess der Verstädterung. Breitet sich das Leben in Städten aus, so dass diese ein deutliches Bevölkerungswachstum verzeichnen können, spricht man daher von einer Urbanisierung.

Entstehung der Urbanisierung

Die Zeiten, in denen die Menschen als Jäger und Sammler umherzogen und kein sesshaftes Leben kannten, sind längst vergangen, doch bei der Urbanisierung handelt es sich dennoch um ein noch recht junges Phänomen. Insbesondere im Zuge des Mittelalters gewannen Städte zwar zunehmend an Bedeutung, während gleichzeitig viele Orte diesen Titel verliehen bekamen, aber eine Urbanisierung war dies noch lange nicht.

Erst mit Beginn des 19. Jahrhunderts entstand eine moderne Urbanisierung. In den Städten entstanden Fabriken und große Industriebetriebe, die natürlich entsprechende Arbeitskräfte erforderlich machten. Gleichzeitig ergaben sich auf dem Land gravierende Probleme, weil die Ressourcen nicht ausreichten, um die gesamte Bevölkerung zu ernähren. Aufgrund dessen entstand eine regelrechte Landflucht und immer mehr Menschen strömten in die Städte, wo sie sich Arbeit und ein besseres Leben erhofften. Dank der zunehmenden Industrialisierung gab es Arbeitsplätze in großem Maße, so dass die Städte rasch wuchsen. Im Laufe der Jahre haben sich die städtischen Strukturen ausgeweitet und auch in der Umgebung betreffender Kernstädte für ein urbanes Leben gesorgt. Vielerorts entwickelte sich so aus der anfänglichen Urbanisierung auch eine Suburbanisierung des gesamten Umlandes.

Die gesamte Infrastruktur passte sich dem städtischen Leben an und sorgte für die Entstehung sogenannter Ballungsräume. Die Menschen wanderten immer mehr aus den ländlichen Gebieten ab und ließen sich in der Stadt nieder, um von den zahlreichen Vorteilen der Urbanisierung zu profitieren. In den Schwellen- und Entwicklungsländern ist dieser Prozess heute in vollem Gange und hat deutlich später, vornehmlich in den 1920er-Jahren, eingesetzt.

Formen der Urbanisierung

Im Bereich der Urbanisierung bestehen zahlreiche Möglichkeiten zur Differenzierung. So stehen die physische und funktionale Urbanisierung im Gegensatz zu einander. Als physische Urbanisierung wird das Wachstum einer Stadt beschrieben. Richten sich Landbewohner mehr und mehr auf das städtische Leben ein und übernehmen urbane Strukturen, kann dahingegen von einer funktionalen Urbanisierung gesprochen werden. Im Rahmen einer derartigen funktionalen Urbanisierung fokussiert die Verstädterung demnach für gewöhnlich nicht nur die Kernstadt, sondern greift auch auf umliegende, ländliche Gebiete über. Experten benennen einen solchen Prozess als Suburbanisierung.

Die Urbanisierung als gesellschaftliche Herausforderung

Die Urbanisierung hat für teils gravierende Veränderungen in der Gesellschaft gesorgt und erweist sich heute nach wie vor als mehr oder weniger große Herausforderung. Um das Konfliktpotential, das in Städten unweigerlich entsteht, zu minimieren, ist ein professionelles Zusammenspiel von Stadtsoziologie, Stadtplanung und Stadtentwicklung gefragt. Gemeinsam mit der Stadtökologie, Architektur und Stadtgeographie haben sich diese Disziplinen zu einer eigenen Wissenschaft entwickelt.

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